In Deutschland wird die berufliche Erstausbildung überwiegend im sogenannten "dualen System" durchgeführt. "Dual" wird das deutsche Berufsbildungssystem deshalb genannt, weil die für den Beruf notwendigen Kenntnisse und Fertigkeiten an zwei verschiedenen Ausbildungs- bzw. Lernorten, nämlich im Unternehmen (praktische Ausbildung) und in der Berufsschule (theoretische Ausbildung) vermittelt werden.
Die berufspraktische Ausbildung findet also überwiegend im Unternehmen statt, während die Fachtheorie und die Allgemeinbildung weitgehend in den Berufsschulen vermittelt werden. Unternehmen und Berufsschulen verantworten die berufliche Erstausbildung der Jugendlichen also gemeinsam. Drei bis vier Tagen pro Woche lernen die Auszubildenden im Unternehmen und an ein bis zwei Tagen lernen sie in der Berufsschule. Der Berufsschulunterricht ist aber auch vielfach als sogenannter Blockunterricht organisiert.
Duales Studium
Die oben skizzierte "klassische" duale Ausbildung wird zunehmend mit "dualen Studienangeboten" für Abiturienten ergänzt. Diese Alternative bietet eine betriebliche Ausbildung (Lehre) plus Studium. Immer mehr Schulabsolventen streben nach dem Abitur ein duales Studium an; denn die Kombination von Praxis im Betrieb und Theorie in der Hochschule verspricht kurze Ausbildungszeiten, attraktive Startgehälter und gute Aufstiegschancen.
Der Praxisschock nach einem meist theorielastigen Vollzeitstudium bleibt den Absolventen erspart. Die ausbildenden Unternehmen lernen ihre künftigen Führungskräfte besser kennen. Häufig übertragen Unternehmen den dualen Studentierenden direkt nach dem Abschluss bereits erste Führungsausgaben.
Im Jahr 2007 fördern rund 24.000 Unternehmen ihren Nachwuchs mit einem ausbildungsintegrierten Studium. Sie kooperieren dabei mit 665 Akademien und Hochschulen. Insgesamt stehen nach Angaben des Instituts der deutschen Wirtschaft etwa 43.000 duale Studienplätze zur Verfügung. Einen ersten Abschluss erlangen die Nachwuchsakademiker bereits nach zwei Jahren - beispielsweise als Wirtschaftsassistent oder Industriekaufmann. In beiden Fällen kommt nach weiteren zwölf Monaten ein Abschluss als Diplom-Betriebswirt (BA) - mit Beginn des Studienjahres 2006/2007 arbeiten BWL-Erstsemester auf den Titel Bachelor of Arts hin - hinzu. Die größte Auswahl an Studiengängen bieten die Berufsakademien - besonders mit ihren Schwerpunktfächern Betriebswirtschaft, Ingenieurwesen und Informationstechnik. Neben den schon lange etablierten Verwaltungs- und Wirtschaftsakademien engagieren sich neuerdings auch zunehmend Universitäten und Fachhochschulen in dualen Studiengängen.
Das Institut der deutschen Wirtschaft Köln fördert die Verbindung von Theorie und Praxis mit einer Datenbank, in der duale Studien- und Ausbildungsgänge erfasst werden.
Selbstlern-Material "Duale Ausbildung" (Stand: 1. Juli 2009) zum Download (4,5 MB)
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